Radverkehrskonzept mit Augenmaß? CDU und SPD bremsen die Mobilitätswende aus – Grüne Bad Vilbel fordern Sachverstand statt Rückschritt!
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen nimmt mit Erstaunen und Enttäuschung die Aussagen der CDU zum jüngst beschlossenen Radverkehrskonzept zur Kenntnis (siehe Wetterauer Zeitung vom 21.8.2025). Statt mutiger Schritte für eine moderne, klimafreundliche Verkehrspolitik setze die Koalition aus CDU und SPD auf halbherzige Kompromisse und verzichte auf dringend notwendige Maßnahmen – zum Nachteil von Radfahrenden und der Verkehrswende in Bad Vilbel.
„Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Koalition die fachlich fundierten Vorschläge der Planungsgesellschaft RV-K mbH verwässert“, kritisiert Priska Weller, Stadtverordnete von Bündnis 90/Die Grünen in Bad Vilbel. „Das Planungsbüro hat mit großer Kompetenz und unter Einbeziehung von Musterlösungen aus anderen Bundesländern ein Konzept erarbeitet, das Bad Vilbel wirklich voranbringt. Doch statt auf Expertise zu vertrauen, werden zentrale Maßnahmen wie Piktogramme auf der Homburger und Friedberger Straße gestrichen – ausgerechnet an Unfallschwerpunkten, wo sie besonders wichtig wären.“
Die Grünen betonen: Die vorgeschlagenen Lösungen sind nicht nur theoretisch durchdacht, sondern praxiserprobt. „Piktogramme sind auf vielbefahrenen Straßen oft die einzige schnell umsetzbare Maßnahme, um den Radverkehr sicherer zu gestalten. Hier auf einen Gewinn von Sicherheit zu verzichten, ist unverantwortlich“, ergänzt der Grüne Stadtverordnete Daniel Kaiser.
Besonders problematisch ist aus Sicht der Grünen die Ablehnung von Fahrradstraßen und die Verlagerung von Radverkehr auf Fußwege, wie etwa bei der Zufahrt zum Dottenfelderhof. „Das ist kein Fortschritt, sondern ein Rückfall in alte Denkmuster. Statt den Radverkehr zu fördern, wird er hier hinter den Autoverkehr zurückgestellt – auf Kosten von zu Fuß gehenden und Radfahrenden“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Tobias Grabo. „Die Argumentation, dies diene der Verkehrssicherheit, ist scheinheilig. Tatsächlich wird damit der Status quo zementiert: Das Auto hat Vorrang, alle anderen müssen sich anpassen.“
Die Grünen wehren sich auch gegen den Vorwurf, keine eigenen Vorschläge eingebracht zu haben. Der Grüne Stadtverordnete Andreas Lohbeck erklärt: „Wir hatten von Anfang an ein klares Ziel: die unveränderte Umsetzung des Konzepts, das von Fachleuten erarbeitet und mit BürgerInnen abgestimmt wurde. Warum sollte man ein gutes Konzept verwässern?“