2018 wurde das Hallenbad in Bad Vilbel abgerissen. Seit sieben Jahren bekommen Kinder keinen Schwimmunterricht in ihrer eigenen Stadt, Schwimmende sind im Sommer auf das Freibad angewiesen und im Winter stehen sie ohne Bad da.
Das Projekt Therme zieht sich weiter hin. Seit Februar 2025 wurden keine neuen Unterlagen beim Fachdienst Bauordnung in Friedberg nachgereicht. Das geht aus einer Anfrage der Grünen im Kreis an die zuständige Behörde hervor. Der Wetterauskreis schreibt in der Beantwortung der Anfrage „von neuen Ideen, wie z.B. der Schaffung eines Naturbadesees … oder anderen Planänderungen, die umgehend in den Planungsprozess eingebracht werden. Wie lange die Prüfung dieses Bauantrages noch dauern wird, hängt vom Umfang und Inhalt der weiteren angekündigten Unterlagen ab.“
„Es macht uns sprachlos, dass der Investor die Bearbeitung des Bauantrags weiter verschleppt. Es ist schön, dass ein Naturbadesee als Idee ins Spiel gebracht wird, aber uns geht es um den schnellen Bau des Kommunal- und Sportbades, das den Bad Vilbelern versprochen wurde“ sagt Jens Matthias, Stadtverordneter der Grünen im Stadtparlament. „Wir haben ernsthafte Zweifel, dass der Investor das Projekt mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und Geschwindigkeit vorantreibt. Die Stadt muss anfangen über Alternativen nachzudenken.“
In einer Anfrage an die Stadt fragen die Grünen nun nach, was die Stadtwerke und die Stadt unternehmen, um das Projekt voranzubringen. „Wir wollen wissen, welche Maßnahmen ergriffen wurden und was in der nächsten Zeit geplant ist, um die Realisierung des Projektes voranzubringen. Es wird höchste Zeit, einen verbindlichen Zeitplan für das Vorhaben zu veröffentlichen – das sind Stadt, Stadtwerke und die Therme Group den Bad Vilbeler Bürgerinnen und Bürgern schuldig.“ sagte Myriam Gellner, die das Thema sowohl als Mitglied des Kreistages als auch als Fraktionsvorsitzende im Stadtparlament in Bad Vilbel beschäftigt.
„Meine zwei ältesten Kinder haben noch im Bad Vilbeler Schwimmbad schwimmen gelernt. Mein Jüngster hatte dieses Glück schon nicht mehr“ sagt Kathrin Anders, Mitglied des Landtags für die Grünen und ebenfalls im Kreistag. „Die Stadtväter in Bad Vilbel träumen von großen Projekten und Prestige. Aber die Bad Vilbeler brauchen einfach nur ein Schwimmbad. Das muss keine Superrutschen und Wellnessoasen haben, aber nah sein, bezahlbar sein und vor allem es muss da sein.“
„Wir sind gespannt, was die Stadt auf unsere Anfrage antwortet. Bereits bei Segmüller wurden wir alle jahrelang hingehalten und am Ende hat das nie umgesetzte Vorhaben die Stadt einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet“ sagt Tobias Grabo, Co-Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtparlament. „Wir erneuern unsere Forderung, endlich Planungen zur Erstellung eines ganzjährig nutzbaren Sport- und Freizeitbades in Bad Vilbel ohne Beteiligung der Therme Group zu erstellen.“
Üblicherweise beantwortet die Stadt Anfrage der Parteien zeitnah. Die Grünen haben zugesagt, dass sie die Antwort, sobald sie vorliegt, veröffentlichen.